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Sind indonesische Frauen materialistisch? (Die nächste Hürde bei der Beziehung mit Indonesiern)

Was heißt denn materialistisch?
Mein Mann würde es so beantworten: „Was gibt es denn zu beschweren, wenn Frauen gut verdiente Männer mögen? Das steht mit dem Naturgesetz in Einklang. Es ist mit Evolutionstheorie gut erklärbar. Seit prähistorischen Zeiten streben die Männchen nach der Macht um die Weibchen zu beeindrucken und die Weibchen andererseits suchen den stärksten Männchen aus, um die beste Überlebensmöglichkeit ihrer Gene in den nächsten Generationen sichern zu können. Früher ging es nur um körperliche Stärke, weil man nur gegen die wilden Tiere kämpfen musste. Jetzt gilt Geld einfach als eine der guten Darstellung von Macht, womit Frauen bessere Überlebensmöglichkeit ihrer Gene sichern können. Männer und Frauen verhalten sich einfach nur nach dem Befehl ihrer Gene. Alles ist vollkommen normal. Was ist denn daran schlimm?“

Seine Aussage fand ich sehr interessant, deshalb möchte ich sie hier mit euch teilen.
NEIN, er ist nicht besonders reich. Er ist nur zufällig ein Biologe 😀 😀 :-D.

Man soll etwas vorsichtig sein, bevor man den Urteil: „materialistisch“, „Bule Hunter“, „Gold digger“, „seeking men to get a better life“ oder Ähnliches gibt. Ein Versuch, ein besseres Leben zu bekommen ist total menschlich und definitiv logisch.
Jeder wird das tun. Warum wandern die Europäer aus? Werden sie nur mit warmer Klima ohne Arbeit ohne Geld zufrieden? In Asien oder Afrika gibt es in der Regel keine Sozialhilfe oder ^_^ ?
Man darf den Anderen nicht direkt schlecht bewerten, Vorwürfe machen, und ohne Vorkenntnisse jemanden vorurteilen.
Materialistisch wäre jemand nur, wenn man die Augen zu gedruckt hat und viele schlechte Eigenschaften der Kandidat  einfach ignoriert, so lange der Kandidat viel Geld hat.
Allerdings, auch wenn jemand „finanzielle Stärke“ einer Person als Hauptkriterien für ihre Partner feststellt, soll der Kandidat selbst auch überlegen und sich entscheiden, ob er/sie damit einverstanden ist. Wenn ja, sollte er/sie sich auch nicht mehr darüber beschweren.
In manche Entwicklungsländer gelten Kinder allgemein als Altersvorsorge. Wie ich in meiner früheren Eintrag erklart habe, die Familienbeziehung in Indonesien ist in der Regel sehr eng. Man hilft gegenseitig, und  man sieht Kusine, Neffe, Onkel und Tante auch als enge Verwandte und halten sich oft zusammen in guten und schlechte Zeiten. Es ist bei jeder Familie nicht immer so, aber man sollte sich nicht wundern wenn seine Partner so ist. Sich für ihre Eltern zu sorgen ist ein Kindespflicht. Aber, auch wenn es Pflicht heißt, ist es freiwillig gemacht.
Der schwierigste Punkt bei der Entscheidung mit einem Europäer zusammen zu leben ist die existierende Gefahr, sich um ihre Eltern nicht mehr kümmern zu können.
Die Eltern in einem Altenheim zu schicken ist keine beruhigende Alternativ. Es fühlt sich so an, als ob wir unsere Eltern wie ein altes nutzloses Gegenstand behandeln, nur weil sie keine Leistung mehr erbringen können.
Sie haben doch für uns alles geopfert, sie verkauften ihre gesamte Vermögen um unsere Schule zu finanzieren, usw. Wenn sie Geld hätten, kaufen sogar die Eltern nicht selten ein Grundstück direkt unter den Namen ihrer Kinder, sodass sie in ihrem Alter sogar obdachlos sein können.
Eine finanzielle Unterstützung oder den gesamten Wert der Girokonto vor der Ehe auf der Eltern zu übertragen (wenn die Eltern nicht mehr arbeiten können), gilt eigentlich für uns eher als Trost, um unser schlechtes Gewissen zu mindern.
Solche Sachen sind tendenziell für Westeuropäer ganz fremd, deshalb könnte es oft zu einem Streit führen. Vor allem wenn der europäischer Partner nicht wohlhabend genug ist.
Ein zusätzliches Problem könnte entstehen, wenn die Frau bereits Kinder hat.
In Europa sind Kinder nur die Verantwortung der biologischen Eltern, Stiefeltern müssen die Stiefkinder keine finanzielle Unterstützung geben. Es sei denn, sie adoptieren die Stiefkinder. In Indonesien ist es aber anders. Stiefkinder sind auch unsere Kinder, Stiefeltern sind auch unsere Eltern. Man muss also damit rechnen, dass die indonesische Frauen von den europäischen Partner erwartet, dass er sich um ihre Kinder auch kümmern würde. Wenn es kein Verständnis dafür gäbe, sollte man lieber nochmal überlegen, ob die Beziehung weitergeführt werden soll.
Kompromiss, das ist die einzige faire Lösung.

Was für ein Kompromiss kann man machen? Beispiel: der Ehemann muss vielleicht kein Geld der Familie geben, aber die Frau darf ihr eigenes Gehalt oder Taschengeld mit ihrer Familie teilen. So etwas sollte man vor der Ehe schon klären, um zukünftige Streitereien darüber zu sparen. Finanzielle Unterstützung für die Familie heimlich zu machen ist keine gute Idee, aber es ist kein seltener Fall. Als Verwalter des Haushalts können die Frauen immer einen Weg dafür finden, auch wenn sie nicht arbeiten. Wie ich bereits gesagt, viele Indonesier vermeiden lieber offene Konflikte.

Ja, in Indonesien sind die Frauen immer die Finanzminister der Familie. Der Mann gibt  seiner Frau sein Gehalt und lässt sie es verwalten. Ist es materialistisch?
Überhaupt nicht! Es ist einfach kulturelle Sache. Asiatische Männer sind meistens auch froh, wenn sie sich nicht mehr um die finanzielle Verwaltung kümmern müssen.
Die Frauen kaufen für die Familie ein, ist es natürlich einfacher, wenn sie das gemeinsame Geld verwaltet.
Es ist natürlich auch kein Muss für jede Familie, deshalb ist eine Vorsprache zwischen den Beiden sehr wichtig.
Ah ja, noch eine Kleinigkeit. In Kennenlernen-Phase sei bitte nicht überrascht, wenn die Frau erwartet, dass der Mann einlädt.
Es ist zwar momentan kein sozialer Regel mehr, aber es ist einfach üblicher bei uns. Die Rechnung vor der Kasse zu teilen ist irgendwie peinlich. Und ich glaube, ihr Männer würdet nicht mit Freude die Frau bezahlen lassen, oder?
Wenn man es als ein Zeichen von Materialismus sieht, würde ich schon übertrieben finden  :-D.
Ich hoffe, dieser Eintrag kann jemanden helfen.
Bis nächstes Mal ^_^.

 

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Verfasst von - Juni 3, 2016 in Deutsch

 

Verliebt mit Indonesiern: die Hürde…(1)

Bisher gibt es schon relativ viel Artikel über die Beziehung zwischen Indonesiern mit den Westernern geschrieben. Leider zeigen solche Artikel eher Vorurteile statt objektive Informationen. Zum Beispiel schreibt man einseitig über materialistische Indonesiern ohne den Hintergrund sachlich zu betrachten. Oder umgekehrt betönen sie nur den Vorurteil, dass die Deutschen kalt sind. Darüber würde ich noch später in einem separaten Artikel noch mehr erläutern, damit dieser Beitrag nicht zu lang ist.

Es gibt keine gute oder schlechte Kulturen, sie sind einfach nur anders. Wenn man schon eine interkulturelle Beziehung durchführen möchte, sollte man die Kulturunterschiede akzeptieren und versuchen, vernünftig damit umzugehen statt nur eigene Kultur durchzusetzen. Es geht hier in meinem Artikel nicht um gut oder schlecht an der Beziehung bzw. über die Indonesier an sich , sondern eher nur darum, dass ihr die typische Probleme erfahren könnt. Vor allem wenn ihr einen Absicht habt, mit Indonesiern zusammen zu leben.
Aber vergiss bitte nicht, dass sie nur allgemein gültig sind. Das heißt, es gibt immer Ausnahmefälle, da jeder Person einfach einzigartig ist.

In Indonesien spielt die Meinung der Familienmitglied eine große Rolle.
Eine Ehe gilt nicht nur als eine Vereinigung des Ehepaars sondern eine Vereinigung von beiden Familien. Also, wenn ihr in einer Indonesierin verliebt seid, sollt ihr euch auf die Möglichkeit vorbereiten, dass die Frau wegen fehlender Zustimmung ihrer Eltern  euch verlassen würde. Diese kann sogar bei indonesischen Männern auch genauso passieren. Oft müssen sich viele indonesischen Liebespaaren trennen, nur weil den Eltern des Mannes die zukünftige Schwiegertöchtern wegen dem großen Unterschied ihrer sozialen Hintergrund nicht gefallen.
Viele Indonesier trauen sich nicht, ihre persönliche bzw. wichtige Entscheidungen im Leben unabhängig von ihren Eltern zu treffen, auch wenn sie schon völlig erwachsen sind. Es kommt nicht selten vor, dass sie ihr eigenes Gluck opfern, nur damit sie die Eltern nicht enttäuschen. Bei uns gilt noch der Spruch: Blut ist dicker als Wasser. Es gibt Ex-Ehemänner oder Ex-Ehefrauen, aber es gibt kein Ex-Kind und keine Ex-Geschwister, deshalb wiegt die Familie mehr als Partner :-). Die Familienbindung ist bei uns sehr stark. Es gibt viele Erwachsenen, die bei den Eltern noch wohnen oder umgekehrt lassen sie die Eltern und die unselbständige Geschwister bei ihnen wohnen. Sie sorgen freiwillig für einander. Man kann hier nicht von gut oder schlecht reden. Wir Indonesier können uns auf die Familie immer verlassen, wir lassen sie nicht im Stich und bleiben immer im Kontakt. Andererseits haben wir deswegen weniger Privatsphäre. Unter deutschen Familien hingegen hat man mehr Privatsphäre und Freiheit, aber sie haben weniger Zuneigung füreinander. Mein Mann hat beispielsweise nicht zu viel Ahnung, wie es ihre Tante, Onkel oder Kusinen geht. Man trifft sich, wenn überhaupt, nur im Weihnachten. Familie ist in DE nur die Familie des ersten Grades. In Indonesiern besuchen wir uns unsere weiten Verwandten immer noch und helfen sogar gegenseitig. Mein Onkel zum Beispiel hat mein Gymnasium nur aus Liebe mitfinanziert. Meine Tante hat sich um mich seit Kind gekümmert, wenn meine Eltern arbeiten mussten. Für ihre andere Neffe hat sie das gleiche getan. Sie hat die gleiche Zuneigung für uns alle, als ob ich ihre eigene Kinder wären.

Religionunterschied mag der Hauptgrund sein, dass die Eltern gegen die Beziehung sein können. Es ist stark in ihrem Gehirn geprägt, dass eine Ehe wenigstens unter Gottesnamen abgeschlossen werden muss. Es gibt zwei Institutionen in Indonesien, um eine Eheschließung amtlich zu registrieren. Eine ist für die Muslimen, und eine ist für non-Muslimen. Außerdem wird eine Eheschließung nur gesetzlich anerkannt, wenn es auch von ihrem gemeinsamen Religion-Oberhaupt (Priester, Imam, Pastor usw.) getraut worden ist. Deshalb wäre es unmöglich, wenn das Paar keine gemeinsame Glaube hätte.
Aber solches Problem entsteht nicht nur unter muslimischen Familien. Eine Situation, in der es mehr als 250 Mio. Bürger und 6 offiziell anerkannten Religionen und noch mehr Naturreligionen in einem Land gibt, ermöglicht immer inter-Religionen Liebesgeschichte. Allerdings ist die Möglichkeit einer Religionunterschied in einer Beziehung zwischen zwei Menschen aus Europa und Indonesien mit Sicherheit größer. In Europa gibt es auch mehr Atheisten und Agnostiker und Indonesier sind meistens Muslimen, auch wenn nur relativ kleiner Teil von denen treu Muslimen sind. Indonesier mag nicht regelmäßig in die Kirsche, Tempel oder Moschee gehen, trotzdem würden sie meistens möglichst im Gotteshaus heiraten.
Aber keine Sorge, wir Indonesier kennen keinen Ehrenmord. Unser Land hat glücklischerweise diese Kultur nicht. Für das obengenannte Problem gibt es immer einen Ausweg, und zwar ohne blutigen Szenen ^_^.
Der entscheidende Punkt ist einfach der Standpunkt des indonesischen Partners selbst. Wie stark ist der Willen, die Beziehung weiterzuführen und zusammenzuleben. Um noch schlimmeren Schmerz zu sparen, soll man nur früh genug mit dem Partner darüber klären. Wenn der Willen stark genug ist, kann man erst nach Lösung suchen.
Das war mir genauso. Meine Eltern war am Anfang nicht einverstanden. Der Grund war, dass sie zu viel Sorgen um mich machten. Das ist auch selbstverständlich. Ihre liebe Tochter wurde  von einem Fremden „weggenommen“ und in einem anderen Kontinent gebracht. Mein Vater wollte mich früher schon von einer Beziehung mit Indonesiern aus einem anderem Inseln abraten und plötzlich wollte  ich sogar jemanden aus einem anderen Kontinent heiraten.
Wenn mir etwas passiert, können sie mir schwer helfen. Außerdem haben sie Angst, dass ich nicht mehr nach Indonesien zurückkehren würde und sie würden mich für immer verlieren. Das Gedanken ist nicht ohne Grund. Es gibt keine Garantie, dass mein Partner wirklich ein guter Person ist. Es gibt genug gewalttätige Männer, die sehr freundlich nach außen wirken. Oder andernfalls, ist es finanziell einfach nicht möglich, nach Indonesien regelmäßig zu verreisen. Davor hatte meine Familie viel Angst.
Ich konnte aber schon seit Teenager immer meine Meinung zu Hause durchsetzen. Also, sie können nie viel machen, wenn ich schon eine Entscheidung traf :-D. Meine Familie muss auch wissen, dass ich kein naives Mädchen bin.
Ich möchte damit nur sagen, dass die Eltern irgendwann akzeptieren würden, wenn die Kinder sich mit ihrer Entscheidung sicher fühlen. Meine Eltern haben meinen Mann jetzt sehr lieb seitdem sie merken, dass er zuverlässig und nett ist. Vor allem weil ich nach der Ehe nach Indonesien relativ oft verreise, egal ob ich alleine sie besuche oder mit meinem Mann.
Ich gehöre natürlich zu den Ausnahmefällen. Bei anderen Paaren muss man meistens noch mehr Geduld haben und sie nehmen oft sehr viel Zeit, die Eltern erst zu überzeugen bevor sie endlich heiraten. Die Fernbeziehung dauert oft sehr lang, sie kostet natürlich noch mehr Zeit, Geld und Energie. In meinem Fall habe ich einfach die Entscheidung selbst getroffen. Meine Familie muss die Zeit nehmen, meinen Mann nach der Ehe besser kennen zu lernen, nicht umgekehrt :-D. Übrigens habe ich bereits mit 19 nicht mehr bei meiner Eltern gewohnt, deshalb habe ich schon immer eigene Entscheidungen ohne Einfluss meiner Familie getroffen. Ich habe nach der Abitur direkt in einer Pharma-Firma als Sales-Personal für OTC-Produkten gearbeitet. Dafür musste ich oft von einer Stadt zu der anderen Stadt umziehen, deswegen habe ich auch kein Heimweh-Problem in DE gehabt während bei anderen Indonesiern solches Problem nicht selten zu hart zu ertragen ist.

Bezüglich des Glaubensunterschieds gibt es einige mögliche Lösung: Erstens kann man einfach im Ausland heiraten, zweitens soll entweder die Braut oder der Bräutigam die Glaube des Partners annehmen. Ob man nach der Ehe diese dann ernsthaft praktizieren ist ihm/ihm überlassen. Niemand wird/kann es kontrollieren, es ist doch letztes Endes etwas persönliches. Wenn man so wie so nicht religiös ist, wäre solche Lösung am optimalsten und am billigsten zu wählen. Und ich denke, wenn man schon einen Partner mit einer anderen Glauben ausgesucht hat, kann man doch nicht so glaubig sein, oder 😀 ?!? Na ja..jedenfalls theoretisch…
Es gäbe also eigentlich kein Problem, solche Lösung zu wählen.
Ansonsten kann man beispielsweise in Singapur heiraten. Es ist der einfachste Weg, falls man die zweite Lösung lieber nimmt. Es gibt dort nicht zu viel Papierkram zu erledigen, es ist nah von Indonesien und die Indonesier haben kein Problem mit dem Visum. Eine von dem Ehepaar muss nur wenigstens 2 Woche in Singapur niederlassen, bevor man eine Eheschließung dort beantragen darf. Außerdem braucht man nur den Reisepass des Paars und eidesstattliche Erklärung (das Paar muss vor Gericht schworen, dass sie beide ledig sind). Die Eheurkunde kann man danach bei dem indonesischen und dem deutschen Standesamt anerkennen lassen.

Das sind die Lösungen für den Glaubensunterschied aus der Sicht der Bürokratie.
Aber wenn es um die inneren Gefühlen geht, muss man natürlich anders lösen.
Ich persönlich sehe, wenn man eine Beziehung mit dem Glaubensunterschied nicht akzeptieren kann, soll man es einfach lassen. Es ist keine gute Idee eine Ehe abzuschließen, mit der Hoffnung seinen Partner langsam im Laufe der Zeit zu beeinflussen. Die Erfolgsrate ist viel zu niedrig und das Endergebnis kann vollkommen überraschend sein. Denn man beim Zusammenleben beeinflusst gegenseitig.
Solche Hoffnungen machen leider viele Indonesiern unabhängig davon, welche Religion sie haben. Sowas finde ich bei allen Religion-Anhängern.
Vorschlag: offene Kommunikation halten! Indonesiern haben oft Probleme, ihre Gedanken und innere Gefühle zu äußern. Die Deutsche sollte sie ermutigen, es zu machen. Aber pass auf! Die Deutschen sollte etwas sensibler handeln, sonst ärgern sich die indonesischen. Partner. Manche Paaren haben zu viel Zeit fruchtlos verschwendet, da die Indonesier lieber die gemeinsame Zeit zusammen verbringen und die potentielle Konflikte verstecken so lang wie es geht.
Indonesiern haben einen Tendenz, Konfliktscheu zu haben. Dadurch dass sie den Anderen nicht verletzen, verletzen sie oft sich selbst. Sie unterdrucken lieber ihre eigene unangenehme Gefühle und manche können nicht „Nein“ sagen. Irgendwann erreicht man leider die Grenze und kann nicht mehr aushalten. Dann geht die Beziehung kaputt ohne dass der Partner wirklich verstehen, was falsch gelaufen war. Das passierte zu  deutschen Freunden von mir mehrmals. Sie wussten noch nicht mal woran das liegt, dass die Beziehung nicht funktionierte. Es gab keinen Streit und es ging nicht unbedingt ums Geld. Religion war auch nie die Rede. Wenn eine Beziehung nur wegen mangelnde Kommunikation kaputt geht, ist es sehr schade.

Über die weiteren Hürden schreibe ich ein anderes Mal… gute Nacht ;).

 

 

 
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Verfasst von - März 28, 2016 in Deutsch

 

Die Wahl in Indonesien

Endlich habe ich wieder Zeit gefunden, um in mein Blog auf Deutsch wieder zu schreiben.
Heute möchte ich über das heißeste Thema in Indonesien berichten: „Die Wahl für den Jakarta Gouverneur“. Die Wahl findet erst im nächsten Jahr statt, aber die Stimmung ist momentan schon relativ angespannt. Der Hauptgrund ist, dass der populärsten Kandidat eine chinesische Abstammung hat und kein Moslem ist. Die Minderheiten sind überall (in Deutschland doch auch) immer unfair behandelt.

Er (Basuki Tjahaja Purnama oder eher als „Ahok“ bekannt) hat inzwischen die Aufgaben der Gouverneur bereits seit 2014 übernommen, da der eigentliche Gouverneur (Jokowi) die Präsident-Wahl gewonnen hatte. Ahok als Vertreter hat bisher sehr gut gearbeitet, obwohl er wegen seiner grobe Ehrlichkeit als ein unhöflicher Mann eingestuft ist. Er ist also von vielen, besonders von den heuchlerischen Politikern, sehr unbeliebt. Sie nutzen dann (wie überall in der Welt auch), seinen kulturell und religiösen  Hintergrund, aus, um gegen ihn zu werben. Sein Hintergrund scheint als der Grund zu sein, dass bis Heute noch keine Partei ankündigt, seine Kandidatur zu unterstützen. Seine potentielle Konkurrenten hingegen (mit Unmengen an Geld) haben inzwischen sehr stark geworben, dass die Muslime ihren muslimischen Brüder wählen müssen.

Eine große Hoffnung bleibt jedoch für uns, dass es mehr rationelle Bürger als die Ignoranten in Jakarta gäbe. Das sogenannte „Proxy-War“ zwischen „Teman Ahok“ (Ahoks Freunde, also die eher liberalen Bürger) und die konservativen Bürger ist im Moment sehr spannend. Das Ergebnis von der Wahl im 2017 wird im Prinzip die Toleranz-Niveau der Indonesier widerspiegeln, da es die erste Wahl mit einem Kandidat aus der Minderheitsgruppe ist.

Abgesehen davon müssen wir zugeben, dass ein Drittweltland wie Indonesien, das oft als altmodisch, konservativ und undemokratisch angesehen ist, den Bürgern die am weitesten Freiheit in einer politischen Wahl inzwischen gegeben haben.
Zum einen dürfen die Bürger unabhängig von der Partei den Präsident bzw. den Gouverneur usw. wählen (nicht wie bei der gewöhnlichen Praxis in einer Demokratie, wo die Anzahl der Sitze bestimmt die Regierung), zum anderen dürfen die Kandidaten unabhängig ganz ohne Unterstützung von einer Partei in einer Wahl teilnehmen. Der jetzige indonesische Präsident wurde übrigens gewählt und eingeweiht, auch wenn seine Partei und ihre Koalition die Sitze im Parlament nicht dominierten. Und im Moment sieht es so aus, als ob Ahok (Basuki T. Purnama) noch einen weiteren Fortschritt als Erfolgsbeweis unserer Demokratie-Modell präsentieren würde. Die aktuellste Entwicklung zeigt, dass er sehr selbstbewusst ist, ohne Partei in die Wahl teilzunehmen. Sein ehrenamtlich arbeitendes Team hat bis heute immer noch versucht, Unterschriften und Kopien des Personalausweis von Jakartas Bürger zu sammeln, um die Voraussetzung zur Teilnahme der Wahl zu erfüllen.
Nur mit kleinem Gewinn im Parlament zu regieren ist schon sehr schwierig zu regieren bzw. Entscheidungen zu treffen (siehe doch die USA zum beispiel),  kann man sich also vorstellen, wie hart die Arbeit von Jokowi als Präsident ist. Trotzdem hat Indonesien nachgewiesen, dass unser Demokratie-System funktioniert. Früher hatte Susilo Bambang Yudhoyono in seiner ersten Regierungsperiode auch ohne Mehrheit im Parlament gearbeitet und er hat für zwei Perioden regiert. Nun will Jakarta wieder in unserem Geschichtsbuch schreiben, dass man ganz ohne parteiliche Unterstützung die Wahl gewinnen könnte und das Besondere ist, dass der Kandidat noch aus der Minderheitsgruppe stammt. Und ohne Partei bedeutet möglichst weniger Korruptionsfall ^_^, da es niemanden zu verdanken außer den Bürgern selbst ;).
Ich freue mich schon auf die Wahl nächstes Jahr, obwohl ich nicht wählen kann.
Ich habe eine große Hoffnung, dass in unserem Land die Toleranz noch herrscht.

Übrigens… wie sieht es mit Deutschland aus? Warum habe ich eher das Gefühl, dass die Toleranz-Niveau der Deutschen gegenüber den Minderheiten schrittweise sinkt?

 
Ein Kommentar

Verfasst von - März 14, 2016 in Deutsch, Kultur & Gesellschaft

 

Veränderung der Regelung bzgl. der Arbeitsgenehmigung in Indonesien

Die meistens ausländische Mitarbeiter in Indonesien nutzen eine Agentur, um ihr langfristiges Visum sowie ihre Arbeitsgenehmigung zu beantragen. Deshalb werde ich hier nicht ins Details eingehen, damit es noch kompakt und verständlicher bleibt.
Diese Regel ist noch relativ neu, sodass viele kleine Agentur vermutlich noch nicht informiert sind.
Folgende sind die letzte Veränderungen auf der Regelung der Arbeitsgenehmigung vom  Ministerium für Arbeit (PerMen No. 16 2015):

  1. Die Beantragung des Arbeitserlabnis sollte online laufen und die Bearbeitungsabläufe sind mittels der Login-Daten der Arbeitsgeber verfolgbar.
    (Notiz: In Indonesien muss die Firma eine Genehmigung erhalten, wenn sie einen Ausländer einstellen möchte. Die Ausländer selbst als Privatpersonen brauchen nur ein langfristiges Visum, eine Ausreisegenehmigung und die entsprechende Dokumente für die Meldebescheinigung. Aber im Endeffekt werden sie alle gleichzeitig von der Firma besorgt. Denn ein Ausländer ohne eheliche Beziehung mit einem Indonesier dürfte nur ein langfristiges Visum mit einem Firmensponsor bekommen. Es sei denn, er beantragt ein Visum für Rentner)
  2. Alte Regel: Die Firma muss ein Verhältnis von 1:10 zwischen ausländischen Mitarbeitern und indonesischen Mitarbeitern einhalten. Mitglied des Aufsichtsrates und der Vorstand sind ausgenommen.
    Update: Diese Regel wurde durchgestrichen.
  3. Voraussetzung für ausländische Mitarbeiter:
    – Der Bildungshintergrund sollte relevant zum Aufgabengebiet sein. Ansonsten müssen die ausländische Mitarbeiter den entsprechenden Zertifikat bzw. ein Hochschulzeugnis und/oder 5 jährige Arbeitserfahrung in diesem Gebiet haben (früher gab es beispielsweise viele Englischlehrer ohne einen pädagogischen Abschluss).
    Mitglied des Aufsichtrats und Vorstände sind ausgenommen.- Ein Ausländer verpflichtet, eine indonesische Steuernummer zu beantragen.
    – Ausländer sind kranken- und sozialversicherungspflichtig (Begriff: BPJS Kesehatan & Ketenagakerjaan)
  4. Alte Regel: Die Firma muss auch eine Arbeitsgenehmigung („IMTA“) für den nicht in Indonesien ansässige Vorstand oder die Aufsichtsratmitglieder besorgen.
    Update: Diese wurde durchgestrichen, ein Businessvisum ist dafür ausreichend.
  5. Die Arbeitgeber muss ab jetzt ein Interview bei der Ministerium für Arbeit durchführen, bevor sie einen ausländischen Mitarbeiter einstellen dürfen.
    Diese dient dazu, dass es zukünftig keine Manipulation der Regel mehr durch Agentur  stattfinden.
    Bisher gab es Agenturen, die einen fiktiven Arbeitsvertrag erstellen, nur damit sie ein langfristigen Visum für Ausländer  besorgen können.
    Also pass bitte auf auf Agenturen, die euch ein langfristigen Visum ohne echten Arbeitsvertrag versprechen. Entweder sie wissen über die aktuelle Regel nicht oder sie wollen einfach nur betrugen.
  6. Begrenzung für Dienstleistungsunternehmen (Consulting) und Handelsunternehmen.
    Alter, Befähigung, und Erfahrung werden beispielswese von der Ministerium bewertet und es gibt keine konkrete gesetzliche Voraussetzung darüber. Wichtig ist aber: dass Ausländer generell nur in beratender Funktion eingestellt werden dürften. Aufsichtsrat und Vorstand sind ausgenommen.
  7. Ausländische Mitarbeiter werden in der Regel nur 6 monate Arbeitsgenehmigung. Nur diejenige, die in Führungsposition arbeiten, werden 12 monate Genehmigung bekommen.
  8. Ein temporäre Arbeitsgenehmigung ist nicht mehr nötig zum Besuch einer Konferenz, einer Tagung, eines Trainingsprogramms oder Ähnliches. Dafür ist ein Businessvisum ausreichend.

Notiz: Ein Verstoß gegen des Arbeitsgesetz könnte zu einer Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren führen. Jede Verlängerung der Genehmigung sollte am bestens 2 Monate vor Ablaufzeit beantragt werden. Wenn sie abgelaufen sind, muss man die Prozesse wieder ganz von Vorne anfangen und eine Geldstrafe in der Höhe von CRp 200.000,00 ( Ca. 14€) pro Tag wird berechnet.

Quelle:

 

 

 

Reise nach Indonesien ohne Visum

Seit langem habe ich keinen neuen Eintrag mehr hier geschrieben. Na ja… seit dem ich meine Praxisphase angefangen habe, hatte ich fast keine Energie mehr für Spaß und Hobby :(. Aber bald kann ich endlich mein Studium abschließen :-D.

Also…ich nehme heute die Zeit, um mein Blog zu aktualisieren. Denn es gibt tatsächlich eine interessante Erneuerung für die deutsche Staatsbürger, die gerne nach Indonesien verreisen.

Jetzt braucht ihr kein Visum mehr zu beantragen, wenn nur ein 30-tägiger Urlaub dort geplant ist. Auch ein VOA ist nicht mehr nötig. Klar, ein VOA ist nicht teuer und ganz einfach… aber gar kein Visum ist trotzdem gut für die Reisenden.
Das bedeutet also: keine Schlange mehr nach dem langen Flug und keinen Betrugsversuch von korrupten Beamten mehr zu erwarten (vermute ich jedenfalls 😀 ).

Der Aufenthaltsrecht gilt nur für 30 Tage und nicht verlängerbar. Wenn eine längere Aufenthaltsdauer zu erwarten ist, dann solltet ihr lieber ein Visum beantragen.
Diese Regel tritt ab sofort in Kraft.

Also… packt eure Koffer schnell ein und genießt gleich die Sonne…:-D.

Quelle: http://www.kjriffm.de/images/PDF/bekanntmachung_visa.pdf

http://www.kjriffm.de/index.php?option=com_content&view=article&id=475:pengumuman-bebas-visa&catid=10:pengumuman&Itemid=61&lang=de

 
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Verfasst von - Juni 22, 2015 in Deutsch

 

Auswandern… Was sind zu beachten? (1)

Vor Kurzem gab es eine Diskussion in KKC-Foren über eine Rückkehr nach Indonesien im Ruhestand (KKC = Komunitas Kawin Campur, es ist eine Gesellschaft, in der die Indonesier und ihre ausländische Partner Informationen miteinander austauschen, um ihre Probleme bezüglich der Kultur, der Bürokratie, Regelungen, usw.  zu lösen). Unter den Mitgliedern der Gruppe gibt es viele Paaren, die von einer Rückkehr nach Indonesien immer träumen. Meistens von denen stellen sich vor, dass sie auch mit einer kleinen Rente im Entwicklungsland wie Indonesien relativ bequem im Alter leben können.
Euro bzw. US Dollar ist ja mehr wert in Indonesien und das Klima ist sicher sehr angenehm. Leider ist es nicht immer so schön und einfach wie man denkt. Von der Diskussion merkt man, dass manche nur aus emotionale Gründen ins Heimat zurückkehren möchten. Abgesehen von dem Aufenthaltsgenehmigung des ausländischen Partners gibt es noch weitere Probleme zu bedenken.

Hier werde ich erst nur die Probleme schildern, die die deutsche Bürokratie verursachen könnte (Es gilt natürlich nur für indonesisch-deutsche Paaren):

1. Gültigkeit des Aufenthaltserlaubnisses
Wenn die indonesische Ehegatte/-in die Aufenthaltsgenehmigung beibehalten mochte, soll man von der Ausländerbehörde klären lassen, welche damit verbundenen Voraussetzungen unbedingt erfüllt werden müssen. Zur Sicherheit sollte man am bestens schriftlich bestätigen lassen.

2. Versicherung. Wenn man keinen Wohnsitz in Deutschland mehr hat, ist man nicht mehr krankenversicherungspflichtig. Eine Privatversicherung mit ausländischem Schutz könnte viel zu teuer sein, dass es sich nicht mehr lohnt in einem Billigland wie Indonesien auszuwandern. In Indonesien eine Privatversicherung abzuschließen ist fast wie unmöglich wenn man bereits über 50 Jahre alt ist. Das heißt, wenn man der Traum verwirklichen will, sollte man in Indonesien eine Privatversicherung freiwillig abschließen bevor die Altersgrenze überschritten wird.
Es gibt momentan gute Neuigkeiten bezüglich gesetzlichen Krankenversicherung in Indonesien. Die Ausländer, die ein langfristiges Aufenthaltserlaubnis in Indonesien besitzen, dürfen in der indonesischen Krankenkasse beitreten (Auf indonesisch heißt das ‚BPJS‘. Ich werde irgendwann über das Verfahren separat schreiben ). Das ist aber ein neues Programm, das heißt, Probleme treten oft bei der Anwendung auf. Außerdem muss man auf die Versicherungsleistung gut beachten.
Der Standard ist sicher nicht mit dem deutschen Standard vergleichbar. Aufgrund diesem Problem entscheiden Bekannten von mir sechs Monate in Indonesien und sechs Monaten in Deutschland zu wohnen um die sonnigen Tage in beiden Ländern ohne Komplikation zu genießen. Sie sorgen dafür, dass sie nie länger als 183 Tage Deutschland verlassen.

3. Steuer.
Als Rentner ist man beschränkt steuerpflichtig. Das hört sich zuerst gut an, was dahinter steckt verstehen die meisten Bürger aber nicht. Manche werden auf das von dem Finanzamt geschickte Formular die Auswahl „beschrankt steuerpflichtig“ ankreuzen. Leider genau werden sie dadurch in der Steuerfälle geraten. Bei beschränkter Steuerpflicht könnte man auf regelmäßige Abgabe einer Steuererklärung verzichten und werden nur die Einkünfte aus DE versteuert, die mit der ausgeübte Arbeitstätigkeit verbunden sind (Arbeitslohn und Rente). Das heißt, Einkünfte aus Kapitalanlagen aus DE sind nicht inklusiv.
Der Nachteil liegt daran, dass man die Sonderaufgaben so wie den Grundfreibetrag nicht abziehen darf und Splitting-Tarif ist auch nicht zu nutzen. Seit 2005 gibt es eine Veränderung bei der Besteuerung der Rente, in der der Anteil der besteuerte Rente erhöht wurde. Die Personen, die 2005 ins Rente gingen zahlen vom 50%- Anteil ihrer Rente Steuer  seit 2006 bis zum Jahr 2020 steigt der steuerpflichtige Anteil jedes Jahr um 2 Prozentpunkte, und in den Jahren 2021 bis 2039 um jeweils einen Prozentpunkt.
Ab 2040 muss die Gesamtsumme der Rente versteuert werden, ohne die Möglichkeit die Steuervergünstigungen auszunutzen. Also, bei einer kleinen Rente wird man in einer Situation landen, wo die Steuer viel zu hoch ist. Es gibt aber noch einen Ausweg aus dieser Falle. Man kann auf Antrag den Status „beschrankt steuerpflichtig“ zu „unbeschrankt steuerpflichtig umstellen. Die Voraussetzungen dafür sind folgenden:

  • wenn die Einkünfte im Kalenderjahr mindestens zu 90 Prozent der deutschen Einkommensteuer unterliegen
  • oder die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte den Grundfreibetrag nach § 32a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 nicht übersteigen (2014 liegt er bei 8354€ für Ledige und 2015 wird er um 118€ erhöht); dieser Betrag ist zu kürzen, soweit es nach den Verhältnissen im Wohnsitzstaat des Steuerpflichtigen notwendig und angemessen ist (Notiz: Ausgeschlossen von der Ermittlung sind die ausländische Einkünfte, die in Deutschland als steuerfrei gelten)
  • die Höhe der nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte  ist durch eine Bescheinigung der zuständigen ausländischen Steuerbehörde nachzuweisen

Welcher Status für jeden günstiger ist, hängt von der Größe der Kapitaleinlage ab. Außerdem muss man noch auf die Wegzugsteuer achten. Jede natürliche Person, der insgesamt mindestens 10 Jahre in Deutschland als unbeschränkt steuerpflichtig behandelt ist und mehr als 1% in einer Kapitalgesellschaft für die vergangene fünf Jahre beteiligt war, muss Wegzugsteuer auf den „fiktive“ Veräußerungsgewinn seiner Kapitaleinlage zahlen.
Es wird also angenommen, als ob die Person kurz vor dem Umzug seine Anteile verkaufen würde. Allerdings wird die Steuer solange zinslos gestundet, bis die Anteile verkauft werden, falls der Eigentümer ins EU-Ausland zieht. Man muss im Prinzip auf vielen Komplikationen eines Wegzugs ins Ausland sehr gut achten, sonst kann man in Schwierigkeiten geraten.
Eine Bekannte von mir war pleite gegangen und musste ihr Haus versteigern lassen, weil sie eine hohe Rechnung für die Steuernachzahlung vom deutschen Finanzamt nach 10 Jahren des Umzugs bekommen hatte. In Deutschland gilt als steuerpflichtig wenn:

  1. man sich im Steuerjahr nicht länger als 183 Tage im Ausland aufhält (meine Freundin hat sich entschieden 6 Monate in DE und 6 Monate in Indonesien zu leben, damit sie nicht gegen die 183 Tage-Regelung verstoßt.
    So kann sie den Ärger über den Papierkram ein bisschen ersparen).
  2. der Arbeitgeber nicht im Zielland ansässig ist Bei einer Versetzung in einer ausländischen Zweigniederlassung der Firma, ist man also in DE nicht steuerpflichtig.

Wenn man noch wirtschaftliche Interesse in DE hat (Eigentumsrechte, Kapitalanlage, Einkünfte, usw.), soll man am bestens einen Steuerberater vor dem Umzug besuchen.
Denn die steuerliche Regelungen sind einfach viel zu komplex, dass man als Laie niemals richtig verstehen kann. Das kommt noch dazu, ob ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht.

Hier schildere ich nur einige Grundsätze, über die weitere Details sollte man von einem Steuerberater erklären lassen. Nur so kann man einen optimalen, finanziellen Vorteil bekommen.

 
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Verfasst von - Februar 22, 2015 in Deutsch, Wirtschaft

 

Kulturunterschiede

„Sprache öffnet Türen!“ So sagt man, und ich stimme auch zu. Man tendiert dazu, freundlicher zu sein, wenn ein Ausländer versucht mit uns auf unsere Sprache zu kommunizieren. Die Sprache des Landes, in dem man niederlässt, mindestens in mittelmäßiges Niveau zu beherrschen ist ein Grundvoraussetzung, um sich wohl in der neuen Heimat zu fühlen. Auch wenn man keine Arbeit braucht (vielleicht verdient ja der Partner genug, so dass nur ein Hauptverdiener nötig ist). Wie kann man denn glücklich leben, wenn man keine Freunde hat? Um Freunde zu finden braucht man Kommunikationsmittel ==> die Sprache.
Das Leben besteht nicht nur aus unserem Partner und Kinder. Wenn wir Krank sind, brauchen wir einen Arzt, mit dem man über unseren Gesundheitszustand sprechen können muss. Es gibt Sachen, die nicht wie ein Supermarkt funktionieren.

Deshalb habe ich mich nicht beschwert, dass ich hier Deutsch lernen muss. Andererseits soll man sich auch nicht protestieren, wenn die neue indonesische Regierung bald dieselbe Voraussetzung für ausländische Mitarbeiter festlegen möchte ;). Das finde ich schon fair genug.

Allerdings, Sprache alleine zu beherrschen ist eigentlich nicht genug, um eine gute Kommunikation durchzuführen. Denn es gibt noch jede Menge Kulturunterschiede, die viele Probleme verursachen könnten. Es kann manchmal lustig sein, aber eine richtig heftige Auseinandersetzung wäre auch möglich.

Es gibt eine typische Missverständnisse unter meinen Freundeskreis stattgefunden und zwar geht es um die Reaktion auf Geschenke. Die Indonesier würden die Geschenke beiseite hinlegen und erst später aufmachen, wenn der Geschenkgeber schon weg ist. Die Überlegung sind folgende:

1. Wir möchten keinen Eindruck geben, dass wir nur auf das Geschenk statt die Person erwarten. Wir möchten damit sagen, dass das Geschenk ist nicht wichtig. Die Abwesenheit der Person ist für uns wichtiger :).

2. Es besteht eine Möglichkeit, dass das Geschenk uns nicht gefällt. Man möchte verhindern, dass die Enttäuschung  aufs Gesicht sichtbar wäre. Das klingt zwar heuchlerisch aber es ist uns trotzdem wichtig. Gesicht zu verlieren sollte möglichst vermieden werden :-D.

Die Deutschen hingegen würden normalerweise die Geschenke direkt aufmachen um zu zeigen, dass man sich darauf freut und das Geschenk schätzt. Wenn diese Kulturunterschiede nicht bekannt ist, passiert dann die Missverständnisse. In diesem Fall würde es problematischer, wenn, es ein Deutscher ist, der ein Geschenk gibt.
Dass jemand mein Geschenk direkt aufmacht, stört mich eher nicht, auch wenn ich die Gewohnheit hier nicht kenne.
Umgekehrt ist natürlich anders. Ein zufällig empfindliche Deutscher könnte es nicht nett empfinden, wenn sein ausländischer Freund einfach das Geschenk ignoriert und weiter redet oder andere Gäste anspricht. Zum Gluck sind die Deutschen meistens sehr direkt und würden wohl aus Neugier darüber nachfragen. Das war auch bei mir der Fall, so dass ich diese Unterschiede endlich zur Kenntnis genommen habe.
Ein Indonesier würde meistens still schweigen und sich nur heimlich darüber Gedanken machen. Sehr unpraktisch muss ich sagen :-D. Aber diese Info könnte nützlich sein, falls ihr nach Indonesien verreist und irgendeine unangenehme Situation trefft.
Frag lieber direkt wie gewohnt hier in DE.

Es gibt auch ein weiteres Beispiel dafür. Einen Termin zu vereinbaren ist in Indonesien nur für Geschäftsaktivitäten nötig. Auch mit dem Arzt muss man keinen Termin vereinbaren. Unter Familien und Freunden macht man keinen Termin. Wenn wir jemanden besuchen möchten, dann kommen wir einfach vorbei und klingeln. Wir lassen das Glück entscheiden, ob die Person zu Hause oder nicht ist. In Deutschland hingegen muss man immer einen Termin vorher vereinbaren, auch beim Privatbesuch. Es hat ein bisschen lang gedauert, bis ich daran gewohnt bin. Aber ich muss jetzt zugeben, dass diese Gewohnheit mir gefällt. Ich habe praktisch mehr Privatsphäre in Deutschland und ich genieße das eigentlich.

Der Art wie die Deutschen kommunizieren passt auch besser zu meinem Charakter. Sich direkt zu äußern macht das Leben viel einfacher muss ich sagen. In Asien muss man mehr nachdenken, was eigentlich hinter jedem Satz steckt. Obwohl ich zugeben muss, dass die Art der Asiaten zu kommunizieren und mit den Problemen umzugehen in einer bestimmten Situation manchmal besser funktioniert. Zum Beispiel solche Situationen, wo eine diplomatische Antwort verlangt wird.

Wichtige Hinweise: „Indonesier sind sarkastische Witze und Ironie nicht gewohnt“. Man muss also mit solcher Art von Witzen aufpassen, weil die Indonesier die Witze ernst empfinden könnten. Andererseits machen die Indonesier oft Witze, die in Deutschland  vielleicht unhöflich gelten. Zum Beispiel Witze über Körperteile. Solche Witze und Kosenamen werden hier in DE als „Mobbing“ angenommen, sind aber nicht unbedingt so verstanden bei den Indonesiern. Wenn jemand sich deswegen beleidigt fühlt, könnte es sogar sein, dass man als überempfindlich beurteilt würde. Genau weil sie nicht unbedingt böse meinen und nur Witze machen möchten. Bei uns sollte man noch genauer auf Geste, Mimik und die Situationen achten, um zwischen „Bullying“ bzw. Mobbing und reine dumme, insensibel Witze zu unterscheiden.
Ich persönlich mag diese Gewohnheit, eine Witze über körperliche Eigenschaft zu machen, gar nicht. Das macht uns viel zu ignorant erscheinen.
Gestern habe ich sogar eine Nachricht  in eine indonesische Medien gelesen, in der ein Vizerektor aussagt, dass solche ähnliche (und aktuelle) Mobbing-Skandal in seine Universität kein „Mobbing“-Fall und stattdessen nur eine spontane Witze wäre.
Solche lächerliche Pressemitteilung von einem Vizerektor zu hören bzw. zu lesen ist wirklich sehr peinlich und ärgerlich. So ignorant und trotzdem besitzt er eine höhe Position in einer Universität. Kein gutes Bild für unsere Bildung, oder?!

Das sind alles nur kleine Beispiele unter vielen anderen. Das reicht aber umzuzeigen, dass die Sprache alleine nicht genug ist. Um eine erfolgreiche Integration zu schaffen müssen sich beide Parteien aktiv beteiligen. Es funktioniert nicht, wenn nur die Ausländer die Deutschen verstehen müssen. Die Deutschen sollten auch versuchen, ihren ausländischen Freunden und die Kulturunterschiede akzeptieren bzw. verstehen. Denn sie sind einfach Teile unserer persönlichen Eigenschaften.
Außerdem muss man im Kopf immer behalten, dass jeder Person anders ist. Allgemeine Kenntnisse über typische Eigenschaften von anderen Kulturen dienen nur dazu, unsere Kommunikation mit Menschen aus anderen Kulturen zu vereinfachen.
Aber Verallgemeinerung dürfte nicht gemacht werden. Jeder Person hat ihre eigene Eigenschaft, die man nach und nach persönlich herausfinden sollte ;).

PS: Hier gibt es ein Link, wo man die Erfahrung eines Deutschen in Indonesien lesen kann.
http://www.spiegel.de/karriere/ausland/firmengruender-in-jakarta-wenn-der-taxifahrer-den-weg-nicht-kennt-a-810040.html
Über die Gummi-Uhr muss ich dennoch dazu sagen: „So lange die Verkehr in den Großstädten Indonesien immer noch so bleibt, kann man so wie so die Ankunftszeit nie genau einschätzen :-D.
Also, immer Pünktlich zu einem Termin in Jakarta ankommen zu können braucht man ein riesiger Glück hahaha.
Ich muss sagen, ich kann seine Gefühle total verstehen. So fühle ich mich oft auch… sogar seit früher als ich noch in Indonesien gelebt habe :-D.“

Bis nächstes Mal. 🙂

 
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Verfasst von - Februar 5, 2015 in Kultur & Gesellschaft